Wie lebt man jüdischen Glauben heute? Welche Traditionen prägen den Alltag? Und welche Erfahrungen machen Jüdinnen und Juden in unserer Gesellschaft? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen bei einem ganz besonderen Besuch im Religionsunterricht auseinander.
Gleich drei jüdische Ehrenamtliche kamen an unsere Laurentius-Realschule und standen den Jugendlichen für ein offenes Gespräch im Klassenverband zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dadurch spannende Einblicke in das jüdische Leben in Deutschland: Sie erfuhren beispielsweise, wie Familien den Schabbat feiern, welche Bedeutung die religiösen Gebote im Alltag haben und wie das Leben in einer jüdischen Gemeinde gestaltet sein kann.
Dabei wurde deutlich, wie viel Christentum und Judentum miteinander verbindet – und zugleich, welche Besonderheiten die beiden Religionen auszeichnen.
Besonders bewegend waren die Schilderungen über aktuelle Erfahrungen mit Antisemitismus. Einer der Gäste berichtete, dass er aufgrund seines Glaubens bereits eine Morddrohung erhalten habe. Diese persönlichen Erlebnisse veranschaulichten, dass Vorurteile, Ausgrenzung und antisemitische Anfeindungen leider keine Erscheinungen der Vergangenheit sind.
Umso wichtiger sind Begegnungen wie diese: Sie fördern Verständnis, ermöglichen einen offenen Austausch und leisten einen wertvollen Beitrag zu religiöser Bildung und einem respektvollen Miteinander. Ferner machen sie sichtbar, dass jüdisches Leben weit mehr ist als ein Thema des Religions- und Geschichtsunterrichts: Es ist lebendig, vielfältig und ein fester Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft.