Ostergruß 2021

Liebe Schüler*innen, liebe Eltern,

liebe Kollegen*innen und liebe Schulfamilie,

Ostern – den Himmel auf Erden entdecken!


Osterbild von Rahel, 7b
Osterbild von Rahel, 7b

Gibt es den Himmel, gibt es mehr als das, was ich vor Augen habe? So viele biblischen Texte sprechen von einer neuen Welt sprechen, einer himmlischen Welt. Keine Tränen, keine Schmerzen soll es dort mehr geben, stark und schön, vom Geist Gottes beseelt.

Oder existiert für mich nur das, was ich mit meinen fünf Sinnen wahrnehmen kann und was mein Verstand begreifen kann? Ich kann meine Augen zuhalten und denken, niemand sieht mich, weil ich in meinem Kopf nichts mehr sehe. Ob was existiert, entscheidet sich doch nicht in unserem Kopf, oder? Wir waren alle mal verliebt, aber konnten wir die Schmetterlinge im Bauch sehen? Es muss also noch etwas Anderes geben, warum Menschen sich solche Vorstellungen machen. Warum Menschen vom Licht reden, von Helligkeit und Wärme. Warum Menschen ihre ganze Lebenshoffnung darauf setzen, dass unser Leben weitergeht nach dem Tod. Und dass die Vorstellung, da im Himmel Gottes zu sein, in seiner Gegenwart etwas unendlich Schönes sein muss.

Genau davon redet Ostern, darum feiern wir das Fest, weil wir das Leben feiern, das mehr ist als das, was wir mit unseren begrenzten Sinnen erfassen können. Ich will ein kleines Beispiel nennen, wie eingeschränkt unsere Sinne und auch unser Verstand ist und warum es oft so schwer ist, einem ewigen Leben zu vertrauen:

Nehmen wir einmal an, wir sitzen auf einem Stuhl am Äquator. Da sehen wir, was vor, neben über, unter und hinter uns ist. In diesen Dimensionen können wir denken. Und nun gehen wir einmal in Gedanken 40.000 km nach Westen. Dann haben wir die Erde auf dem Äquator einmal umrundet und sind genau da, wo wir am Anfang waren, auf unserem Stuhl. Wir sitzen da und sitzen zugleich 40.000 km weit weg. Der Witz ist natürlich: Für unser Gefühl und unsere Sinne sind wir ewig weit weg vom Anfang, weil wir uns die Erde nur zweidimensional und flach vorstellen können. Nur mit unserem Verstand wissen wir, dass die Erde eine Kugel ist.

Und wenn wir dieses Denkmodell nun auch noch für die Zeit annehmen: wir denken in den Dimensionen gestern – heute – morgen: Ein sehr lineares Bild. Vielleicht ist ja die Zeit genauso so ineinander verkrümmt wie der Raum. Dann wäre unendlich viel Zeit vergangen, aber dennoch wären wir die Gleichen, weil das gestern, heute und morgen zusammenfallen würden. Und schon sind wir in einer Ewigkeit, die wir uns nicht vorstellen können.

Unter diesen Voraussetzungen habe ich keine Schwierigkeit mehr, den biblischen Satz zu verstehen, 1000 Jahre sind vor Gott wie ein Tag. Plötzlich wäre auch verstehbar, warum Jesus am Kreuz sagt „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ und dann wieder ankündigt, dass erst am Ende der Zeit, die Toten auferstehen.

Aber was Jesus meint und was die biblischen Texte ausdrücken wollen, ist: wir können uns in unserem jetzigen Leben Bilder und Vorstellungen machen, wie das ist mit der Ewigkeit. Grade an Ostern tun wir das mit Ostereiern, dem Osterhasen und vielen Bräuchen, die wir manchmal schon gar nicht mehr kennen. Es gibt sozusagen Anklänge des ewigen Lebens, das hat was mit unserem Leben, mit mir und dir zu tun. Es ist zwar auch ganz anders, aber wir dürfen uns Vorstellungen machen, schon jetzt. Und wir dürfen uns an diesen Vorstellungen festhalten, unseren Glauben daran ausrichten.

So wünsche ich uns allen eine Osterzeit voller Entdeckungen der Ewigkeit, dass wir das Licht der Auferstehung erkennen und darin das Ziel unseres Lebens durchscheinen sehen.

Die Fachschaft Religion

und die Schulleitung, Gerda Seitzinger–Bürkel 

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