25 Jahre Paketpackfieber in Neuendettelsau

Dass jeder auf dieser Welt etwas bewirken kann, zeigt sich eindrücklich an einer Aktion, die seit nun 25 Jahren existiert. Die Neuendettelsauer Diakonisse Erika Schneeberger war damals von einem Besuch in Rumänien zutiefst schockiert zurückgekehrt. Was sie dort gesehen hatte, ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Kinder, die auf der Straße leben mussten; Kinder, die bettelten. Kaum zuhause, reifte in ihr der Plan, dass diesen Kindern, und auch ihren Eltern, geholfen werden musste. Mit dem deutschen Pfarrersehepaar Klein hatte sie die geeigneten Ansprechpartner und Unterstützer vor Ort. 

Seitdem hat die, inzwischen verstorbene Frau, jedes Jahr einen Hilfstransport nach Rumänien auf die Beine gestellt. Möbel, Kleidung, Lebensmittel und eben Weihnachtspäckchen für die Kinder, gepackt von den Schülerinnen und Schülern des Laurentius-Gymnasiums und der Realschule, wurden nach Rumänien transportiert. 


Inzwischen haben andere Verantwortliche die Fäden in der Hand. Horst Hengelein, der ehemalige Rektor der Laurentius-Realschule, hat sich des Projekts angenommen und fährt sogar mehrmals im Jahr, mit Unterstützung durch die Johanniter Unfallhilfe, nach Sibiu (Hermannstadt) und Fogarasch, um Rollstühle, Pflegebetten, Stühle, Kleidung und eben die Weihnachtspäckchen abzuliefern. Diese werden vor Ort durch die Kirchengemeinden, die sich intensiv um die Kinder aus armen Familien kümmern, verteilt oder an Betreuungseinrichtungen weitergegeben. 


Um den Kindern auch in diesem Jahr wieder eine Freude zu machen, stürzten sich die Grundschülerinnen und Schüler aus Weihenzell und Flachslanden und die Schülerinnen und Schüler von Realschule und Gymnasium in Neuendettelsau wieder ins Vorweihnachts-Feeling und packten Spielsachen, Kleidung, Süßigkeiten, Kosmetikartikel, Schulsachen und zahlreiche Kuscheltiere ein. Wenn dann noch die mühsam auf Rumänisch verfasste Weihnachtskarte im Paket ist, kommt für manche die größte Herausforderung - das Einpacken in Geschenkpapier. Da gab es viele ratlose Gesichter. 


Doch mit vereinten Kräften haben sie es auch in diesem 25. Jahr noch pünktlich zum Abholtermin geschafft, so dass Herr Hengelein die Geschenkeflut abholen konnte. Das Auto war wieder bis zum letzten Winkel vollgestopft. Wie viele es dieses Jahr waren, wird Herr Hengelein den Schulen noch berichten und natürlich auch, was er diesmal Spannendes erlebt hat. Auf die Dankesbriefe und Fotos von den beschenkten Kindern freuen sich die Weihnachtsmänner und -frauen von Neuendettelsau auf jeden Fall schon. 

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