Ostergruß 2026 - Ein Hoffnungsort im Herzen

Der österliche Hauptaltar der Laurentiuskirche. Bild Beate Baberske
Der österliche Hauptaltar der Laurentiuskirche. Bild Beate Baberske

Es ist schon so eine Sache mit Ostern, mit der Auferstehung von Jesus. Wir hören die Geschichten, wir sehen die Bilder und Symbole, die alle vom Leben sprechen und wir freuen uns darüber. Wenn ich unsere Schüler*innen begegne und in ihnen so viel Energie, Lebensfreude (ja wirklich!) und in ihnen, trotz so manchen Beschwernissen das Leben entdecke, da freue ich mich. Wenn ich mit meinen Enkeln (wieder) Ostereier suchen darf und sehe ihre freudigen Gesichter, dann ist das für mich Leben pur.

Aber wie ist denn das mit Auferstehung? Da war vorher der Tod – alles aus und vorbei. Da war nichts davon zu spüren, von knapp vorbei oder nochmal Glück gehabt oder alles ist gut gelaufen. Da war alles aus, schlimmer gings nicht. Und dann steht Jesus auf einmal wieder vor seinen Jüngern. Das fällt schon schwer zu verstehen. Das ist noch einmal eine Stufe höher als neues, wiederkehrendes Leben, Frühlingserwachen, Lebensfreude, das ist mehr. Wie kann ich dieses „mehr“ denn fassen, verstehen? Wie kann ich ewiges Leben so verstehen, dass ich es mit meinem Leben, meinen Erfahrungen zusammenbringe?

Wenn ich Schüler*innen in Reli frage, wie das so ist mit ihrem Glauben an ein ewiges Leben, dann verbinden sie das meist mit einer großen Hoffnung. Vielleicht ist es das, was Ostern so ein lebensfrohes Fest macht: ich hoffe auf etwas, das mir absolut wichtig ist für mein Leben. Unsere Schüler*innen hoffen auf Frieden, zuallererst in der Familie, unter Freunden, aber auch in der Welt. Hoffen auf ein gelingendes Miteinander. Das kommt meist vor dem Wunsch nach guten Noten, einem guten Schulbestehen.

Es ist wohl diese Kraft in uns, die uns die Hoffnung gibt, ja zuletzt auch die Hoffnung, dass es da noch mehr gibt, als das, was wir Menschen mit dieser Welt anstellen. Auch wenn wir unsere Welt zigmal zerstören können – da gibt es mehr, und das lässt mich hoffen.

Die Künstlerin der Paramentik, Frau Baberske hat dies in dem wunderschönen Altarbild der Laurentiuskirche ausgedrückt. Für mich ist es ein Hoffnungsbild, das die Realität nicht ausblendet. Das Kreuz mit Jesus für das Leid der Welt ist im Mittelpunkt, aber umgeben von einer Helligkeit, die mir Geborgenheit vermittelt. Es sieht fast so aus wie in einem hellen Tunnel, in dem ich auf etwas zugehe, wo die Engel Gottes mich empfangen. Und im Hintergrund angedeutet als Schatten eine schützende, segnende Hand.

Ist das Auferstehung, ist das ein Ort für mich, den ich an Ostern, hinter allem Lachen, Ostereiersuchen, hinter aller Lebensfreude sehen und auf den ich hoffen kann? Ich wünsche uns allen so einen Hoffnungsort, den ich immer im Herzen behalten kann, den mir niemand nehmen kann und der für mich, meine Lieben und die Welt einmal Realität wird.

Ich wünsche Ihnen und euch ein frohes Ostern!

Matthias Cunradi

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