Aus dem Tagebuch unserer Kollegin und IT-Expertin Christine Hauser Teil II

Wie ging es mit der Digitalisierung nach den Sommerferien 2020 weiter?


Elternsprechtag digital
Elternsprechtag digital

Bereits zu Beginn des neuen Schuljahres 2020/ 21 nahm die Schulleitung ein weiteres Projekt in Angriff: die Vorbereitung eines digitalen Elternsprechtages über Microsoft Teams, das Diakoneo der Schule zwischenzeitlich zur Nutzung zur Verfügung gestellt hatte. Angespornt durch den Erfahrungsbericht des oberbayerischen Realschulleiters Tobias Schreiner in der Verbandszeitschrift des Bayerischen Realschullehrer- und Lehrerinnenverbands (BRLV), den Frau Seitzinger-Bürkel schon im zweiten Halbjahr 2020 vorausblickend aufbewahrt hatte, machten wir unsere nächsten digitalen Schritte. 

Ebenfalls in kleinen Keimzellen halfen wir uns gegenseitig bei der Erkundung von Teams und seinen Möglichkeiten, virtuelle Meetings abzuhalten. Die Schulleiterin war selbst mit dabei und ließ nicht locker, bis die Lösung für so manches kleine und größere Problem gefunden war. Obwohl wir viel Zeit aufwendeten, machte uns das GEMEINSAME Herumtüfteln großen Spaß und bescherte uns nicht wenige Aha-Erlebnisse. 

Die Pädagogischen Studientage im Zeichen der Digitalisierung

Pädagogischer Studientag 2020
Pädagogischer Studientag 2020



Für die Pädagogischen Studientage holten wir uns reale und virtuelle Mitstreiter*innen ins Boot: Frau Ramona Engl von der Evangelischen Schulstiftung in Bayern (ESSBAY) führte uns zusammen mit ihrem Kollegen am Donnerstag vor den Herbstferien in ihre „Medienräume“, wo das Kollegium je nach persönlichem Interesse und Bedarf digitale Tools ausprobieren konnte. 

Am Freitag kamen wir in den Genuss einer digitalen Exklusiv-Schulung zu Teams. Frau Seitzinger-Bürkel hatte Herrn Debagge-Koller von der ALP (Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung) in Dillingen ganz kurzfristig als Dozent gewinnen können. 

Nach den Herbstferien ging die Vorbereitung des digitalen Elternsprechtages im November mit Hochdruck weiter: Kleingruppen wurden gebildet und die bis dahin gesammelten Erfahrungen in die Breite getragen. Alle Anstrengungen zahlten sich aus – diese neue Form der Gespräche zwischen Lehrkräften und Eltern waren ein voller Erfolg und es erreichte uns viel positives Feedback, über das wir uns ehrlich freuten.

Dann - wir hatten nach den Aufregungen des Elternsprechtages noch nicht einmal richtig durchgeatmet – deuteten die rasant steigenden Fallzahlen einen möglichen zweiten Lockdown an. Erste Schüler*innen, Lehrkräfte oder gar ganze Klassen mussten in Quarantäne. Inzwischen besaß die Schule drei iPad-Koffer und eine Reihe von Kolleg*innen wagte sich bereits daran, den Unterricht für die Betroffenen zu Hause zu streamen. Hier leisteten die iPads gute Dienste.

Der zweite Lockdown


Digitalunterricht per Teams Videokonferenz
Digitalunterricht per Teams Videokonferenz

Wie befürchtet, mussten die Schüler*innen dann tatsächlich schon vor Weihnachten wegen des Infektionsgeschehens zu Hause bleiben und noch drei Tage lang mit Unterricht aus der Ferne versorgt werden. Ob das nun Online-Unterricht oder Distanzlernen sein sollte, darüber bestand nicht einmal im Kultusministerium unbedingt Klarheit.

Die Lehrkräfte unserer Schule hingegen waren gerüstet, wollten ihre Schüler*innen schon jetzt über Teams virtuell unterrichten und so sammelten nicht wenige von uns noch im alten Jahr ihre ersten Erfahrungen mit „echtem“ Online-Unterricht. In den nun deutlich längeren Ferien vergrößerte sich nicht nur der Bauchumfang aufgrund des Konsums von hochkalorischen Lebensmitteln, sondern auch der Erfahrungsschatz mit Teams. Dass dies auch hier wieder in kleinen experimentierfreudigen Grüppchen geschah, brauche ich an dieser Stelle nicht mehr explizit zu erwähnen. 

Erklärvideos

Die Schulleitung hatte uns – als Ausgleich für die zwei „geschenkten“ schulfreien Tage vor Weihnachten eine Hausaufgabe gestellt: Jede*r im Kollegium sollte sich an einem eigenen Erklärvideo zu einem frei gewählten Thema in einem der unterrichteten Fächer versuchen. Die in diesem Bereich schon fitten Lehrkräfte stellten verschiedene Video-Anleitungen zur Verfügung, mit welchen Tools man dabei überhaupt arbeiten kann. Und das Ergebnis am Ende der Ferien: Es hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen! Alle Tutorials wurden in dem eigens dafür eingerichteten Team „Erklärvideos“ in Teams gesammelt, so dass jede*r alles ansehen konnte: unerschöpflichen Ideenreichtum und jedes Mal die eigene unverkennbare Handschrift des „Producers“.

Dem ersten Tag Online-Unterricht nach den Weihnachtsferien sahen wir alle mit großer (An)Spannung entgegen: Würde die Technik funktionieren? Würde die Qualität des Internets gut genug sein? Würden sich die Schüler*innen auf diese neue Form des Unterrichts einlassen? Würden auch sie mit der Technik zurechtkommen? Fragen über Fragen, die manche*n in der Nacht zuvor deutlich unruhiger schlafen ließen als normal. Doch unsere Befürchtungen und Ängste waren größtenteils unbegründet und wir legten einen guten Start hin. Wieder ermutigende Rückmeldungen aus der Elternschaft und von den Kolleg*innen. 

Distanzunterricht aus dem Klassenraum


Distanzunterricht aus dem Klassenzimmer
Distanzunterricht aus dem Klassenzimmer

Ein paar Lehrkräfte aus Neuendettelsau hielten ihren Online-Unterricht sogar im Klassenzimmer am Whiteboard und zeigten dabei sogar „live“ Versuche in Physik – gegenseitige Beratung und Unterstützung bei technischen Problemen inklusive.

Nun wollten wir in der Lage sein, auch diejenigen Möglichkeiten von Teams zu nutzen, die über die virtuellen Meetings hinausgehen – und hier kam uns der „Zufall“ zu Hilfe. (Gibt es Zufälle? Oder ist es nicht vielmehr immer eine Fügung??) Schon vor den Weihnachtsferien hatte sich ein ehemaliger Schüler der Laurentius-Realschule an das Sekretariat gewendet: Manuel Sauer. Nach seinem Schulabschluss bei uns und einer erfolgreichen Ausbildung und Berufstätigkeit als Bankkaufmann ist er inzwischen Student an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen/ Nürnberg. Zusammen mit Helen Dettmann und Jonas Buggisch gründete er das Startup „Digital Frontrunners – Don’t follow – be ahead!“ und unterbreitete unserer Schule Anfang Dezember das Angebot einer Fortbildung zu „Aufgaben“ in Teams.

Dieses kam genau zur rechten Zeit, denn diese Funktion wollten wir genauer kennenlernen, um sie im Online-Unterricht gewinnbringend einzusetzen. So besuchten bereits in der ersten Schulwoche nach Weihnachten insgesamt elf Kolleg*innen samt Schulleitung zwei wirklich professionell und kompetent gestaltete Workshops, und das dort Gelernte wurden in bewährter Manier in Dreiergruppen im Kollegium multipliziert. Über die „Aufgaben“ hinaus nutzt inzwischen auch eine Reihe von Kolleg*innen das Klassen-/ Kursnotizbuch von Teams. Diese Lehrkräfte haben sich aus eigenem Interesse und Antrieb in diese Materie eingearbeitet, sich darüber ausgetauscht – und (als Folge der Erklärvideo-Hausaufgabe über Weihnachten) Videoanleitungen für den Rest des Kollegiums sowie die Schüler*innen erstellt.

Infos für den Übertritt an die Laurentius-Realschule

Aktuell wird der bisherige Infotag für die neuen 5. Klassen in eine ganz neue virtuelle Form gegossen. Hier kommt auch der ganz am Anfang erwähnte Book Creator zum Einsatz. Ein virtueller Rundflug durchs Schulgelände, eine Präsentation und mehrere Infoveranstaltungen per Videokonferenz ergänzen das Angebot für alle Schüler*innen, die von der vierten Klasse übertreten möchten und ihre Eltern und Erziehungsberechtigten. 

Christine Hauser

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